Legends Of Skateboarding

Ilford hat in den letzten Wochen eine dreiteilige Dokureihe zu Skateboardfotografen auf Ihren Youtube Channel hochgeladen. Ich möchte jetzt gar nicht weiter darauf eingehen, warum mir das so sehr gefällt. An der Geschichte gefällt mir nämlich so ziemlich alles: Skateboarding, Filmfotografie, Ilford, die beteiligten Fotografen etc etc… [LINK]

Bang Bang Club

Gestern lief bei ARD One der Film Bang Bang Club. Er handelt von vier Pressefotografen, welche zur Zeit der Aufstände gegen die Apartheid in Südafrika die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen festgehalten haben. Der Film ist dokumentarisch und zeigt wahre Begebenheiten aus der Arbeit von Kriegsfotografen. Zwei Mitglieder des Clubs haben mit Ihren Fotos einen Pulitzer Preis gewonnen. Der Film hat mir vor allem deshalb so gut gefallen, weil er das Grunddilemma eines Kriegsfotografen offenlegt. Hinter jedem grausamen Kriegsfoto steckt ein Fotograf und immer wieder stellt sich die moralische Frage, warum dieser ein Foto nach dem anderen wie ein stiller Beobachter macht und nicht versucht etwas an der Situation zu ändern. Beim Sehen des Films kam mir auch immer wieder das Buch von Susan Sontag  „Das Leiden anderer betrachten“ in den Sinn, welche sich auch mit dieser Problematik beschäftigt hat. [Achtung Spoiler] Im Film haben alle vier Fotografen Probleme mit Ihrer eigenen Rolle in den Konflikten. Am Ende wird aber sehr gut aufgezeigt, dass auch die Fotografen zu Opfern des Krieges werden. Zwar ernten sie kurzeitigen Ruhm, aber langfristig bleiben die schrecklichen Bilder auch in Ihren Köpfen hängen. Einer der vier Fotografen stirbt sogar noch selbst in einem der Straßenkämpfe. Die immer extremeren Bilder des Bang Bang Club haben einen hohen Preis. Ein weiterer Fotograf aus dem Club geht an seinen psychischen Problemen kaputt und begeht letztendlich Selbstmord. Wer sich etwas intensiver mit der Fotografie beschäftigen möchte, sollte Susan Sontag lesen und definitiv diesen Film sehen.

Time To Say Goodbye

Heute war es soweit. Die letzte Groove liegt jetzt bei meinem „Groove Kiosk“. Das Magazin gab es dort früher nicht, bis ich die Groove bei der Verkäuferin bestellt habe. Klar, die Nachfrage ist auf dem Land doch eher begrenzt. Die restliche Auswahl in dem Regal sagt eigentlich alles 😉 Heute lagen sogar drei Hefte aus. Normalerweise sind es maximal zwei und eine davon war für eine lange Zeit mein Exemplar.

Groove #175

Die letzte Groove

Die letzte Groove in diesem Jahr wird die letzte Groove überhaupt sein. #175 wird das sein. Die Print Ausgabe wird eingestellt, weil das Anzeigengeschäft nicht mehr läuft. Wie auch bei vielen anderen Magazinen, wird unser geliebtes Szene Magazin von diesem Internet gekillt. Die De-Bug gibt es ja schon eine ganze Weile nicht mehr. Als diese eingestellt wurde, dachte ich zum Glück gibt es noch die Groove. Und Jetzt? Das ist schon irgendwie eine kleine Katastrophe, selbst wenn die Groove als Online Medium weiter existieren wird. Die Online Inhalte werden das Magazin niemals ersetzen.

Wann ich meine erste Groove gekauft habe, weiß ich gar nicht mehr genau. Das ist jetzt wahrscheinlich schon etwa 15 Jahre her. Das war die Zeit als ich mit dem Platten kaufen angefangen habe. In unserem Plattenladen in der brandenburgischen Provinz gab es die kostenlose Version der Groove. Nach kurzer Zeit bin ich dann auf die Bezahl-Version umgestiegen. Ich weiß gar nicht, ob damals schon die CD dabei war. Der Kauf der Kiosk-Version hat sich auf jeden Fall schon damals gelohnt. Vorher habe ich auch noch die Raveline gelesen. Nach einiger Zeit habe ich die links liegen gelassen. In Groove war einfach in den meisten Belangen besser.

Nach 15 Jahren Groove lesen verändert sich natürlich auch die Sichtweise auf das Magazin. Als  junger DJ habe ich jedes neue Heft sehnsüchtig erwartet und war auch relativ schnell durch mit dem Lesen. Das hat sich dann mit der Zeit etwas gegeben. Es gab auch immer mal wieder Hefte mit m.M.n. weniger Interessanten Interviews/Inhalten. Vieles begann sich zu wiederholen und wurde mit der Zeit langweilig. Das liegt natürlich auch in der Natur der Sache. Techno ist mittlerweile erwachsen geworden und feiert gerade 30-jähriges Jubiläum. Es ist daher kein Wunder, dass man manchmal denkt, dass schon alles gesagt wurde zum Thema. Und trotzdem trifft mich die Einstellung des Print Heftes relativ hart. Die Groove ist das letzte Print Medium welches ich noch regelmäßig im Kiosk kaufe. Wenn die Groove Geschichte ist, dann ist es meine Zeitungskiosk Karriere wahrscheinlich auch.

Ich bin mal gespannt, wie es mit den Online-Inhalten auf Groove.de weitergeht. Insgesamt erwarte ich aber nicht sehr viel. Lange Online Artikel ließt einfach kaum einer. Kurze Artikel mit etwas Werbung, so läuft das eher. Besser finde ich da den Ansatz vom Print Crowdfunding. Das Transform Magazin macht das zB so. Ein ordentliches Printprodukt mit interessanten Inhalten ganz ohne Werbung.