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Kodak Tri-X – Original oder Emuliert?

Digital Revolution hat Kodak Tri-X im Kleinbild Format mit digitalen Film Emulationen verglichen. Ich finde das Video interessant, weil es eine Diskussion aufmacht zur Ästhetik von Fotografie und den letzten Entwicklungen in der digitalen Fotografie, welche vor allem eines bedeutet: Ultra High Resolution. Für mich ist sein Ergebnis wenig überraschend. Ich digitalisiere Mittelformatfilm und Kleinbildfilm seit Jahren mit 24MPX und drucke auch bis A3+. Das Megapixel Race war vor 10 Jahren durch. Kein Wunder also, dass die modernsten Kameras, jetzt mit ihren digitalen Crop Fähigkeiten beworben werden. Wer den digitalen Filmlook möchte, schaut sich also besser auf dem Gebrauchtmarkt um oder behält einfach sein altes Modell und kauft keine Neue.

Nachhaltigkeit: Digital oder Film

DistPhoto hat sich dem Thema Nachhaltigkeit in der Fotografie beschäftigt und dabei analoge mit digitaler Fotografie verglichen. Die Gegenüberstellung ist natürlich interessant und aufschlussreich, aber auch etwas irreführend, weil analoge Fotografie heute längst in ein digitales Umfeld eingebettet ist und man das eine nicht mehr ohne das andere betrachten kann, sie sind schon lange miteinander vernetzt.
Neue Technologien kommen selten ohne Rebound Effekt und die digitale Fotografie hat auch noch die Eigenschaft diese Entwicklung unsichtbar zu machen. Das Smartphone hat die Fotografie ohne Zweifel demokratisiert. Im digitalen Zeitalter gibt es theoretisch keinen Menschen mehr, der kein Fotograf ist. Fast jeder Mensch hat eine Kamera in der Hosentasche, mit welcher Bilder produziert, verarbeitet, gespeichert und in digitalen Netzwerken geteilt werden können. Und was machen die analogen Filmfotografen? Sie digitalisieren analogen Film, um ihn in den digitalen Netzwerken zu speichern und zu teilen. Ich denke wir können den heutigen ökologischen Fußabdruck von Fotografie nur als ganzes verstehen.

Kodak Fotofilmproduktion

Wie macht Kodak eigentlich seinen Film? Dieser Frage ist Destin vom Youtube Kanal Smarter Every Day nachgegangen. Herausgekommen ist eine sehr umfangreiche dreiteilige Dokuserie über die Produktionsabläufe für 35mm Farbfilm in Rochester. Teil 1 beschäftigt sich mit der Produktion des Filmträgers. In Teil 2 wird erklärt, wie die Emulsion auf den Filmträger kommt. Den Abschluss bildet dann die Konfektionierung und Abpackung des Filmes. Mit insgesamt fast 3h ist das am Ende ein ziemlicher Deep Dive in die Materie. Wem das noch nicht reicht, für den gibt es noch ein Video zur Qualitätskontrolle und ein Video über Kodaks Filmchemie auf Destins zweitem Youtube Kanal. Selbst neue Kodakmitarbeiter schauen sich seine Videos zur Einführung in das Unternehmen an, wie man in den Kommentaren zum Video lesen kann. In der Hochphase der Filmfotografie wäre eine Tour durch die Produktion kaum möglich gewesen. Nichteinmal die Mitarbeiter hatten Zugang zu allen Produktionsbereichen. Die Kenntnisse um die Produktion mussten vor Mitbewerbern geschützt werden. In der Serie wird deutlich, was für hoch technologischer, kostenintensiver Prozess die Produktion von Farbfilm ist und welche Resourcen in den Prozessen stecken. Man bekommt aber auch in Erinnerung gerufen, dass Fotografischer Film definitiv kein besonders nachhaltiges Produkt ist, was nicht gerade positiv sein dürfte für die zukünftige Entwicklung der Produktionskosten. Aktuell läuft es aber gut im Business, die Preise für die Konsumenten sind gesalzen und Kodak kann die Nachfrage dennoch kaum bedienen. Fotografie mit Farbfilm muss man sich erstmal leisten können. Inwieweit das noch längerfristig so bleibt, wird aktuell immer wieder heiß diskutiert in der analogen Fotoszene.

Teil 1

Teil 2 > LINK Fotoemulsion
Teil 3 > LINK Konfektionierung

Bonusvideo 1 > LINK Qualitycontrol bei Kodak
Bonusvideo 2 > LINK Kodak Filmchemie

Ergänzung: wie steht es um Kodak?

Kurze Zusammenfassung:

Die Zukunft von Kodaks Filmsparte bleibt leider ungewiss. Der Konzern ist breit aufgestellt und die Fotofilmproduktion ist nur ein kleiner Teil davon. Zur Zeit laufen alle Geschäftsbereiche stabil. Die erzielten Gewinnüberschüsse aus dem Jahr 2022 sind anteilmäßig relativ klein. Kopfschmerzen bereiten zwei laufende Gerichtsverfahren und die zusammengeschmolzenen Bar Rücklagen / bzw. der Cashflow. Für die Filmsparte könnte genau das zum Verhängnis werden, falls die Produktionskosten steigen und der Absatz einbricht. Der Konzern kann sich aktuell keine defizitären Geschäftsbereiche leisten.

Grainery is dead?!

Das ist schon etwas traurig. Die analoge Fotografie boomt und bei grainery passiert mal so gar nichts mehr. Keinerlei Updates auf dem Instagram Kanal des Entwicklers, einfach nichts. So geht man nicht mit einer Community um, in der viele das Projekt unterstützt haben. Schon das umstellen der Support Beiträge ohne Mitteilung war moralisch und rechtlich grenzwertig. Ich werde meinen Support für das Projekt demnächst einstellen und dann weiter beobachten. Momentan habe ich keine große Hoffnungen mehr.

Zwischenzeitlich habe ich mein Instagram reaktiviert. Meine Meinung zur Plattform vom Meta Konzern hat sich nicht geändert. Wir brauchen weiterhin eine Alternative, eine moderne Fotografie App, ähnlich dem grainery Projekt. Da man auch immer mal wieder angesprochen wird, brauche ich aber eine weitere Kontaktadresse, neben dem Blog.

Robert Frank – The Americans

Ich liebe Fotobücher. The Americans von Robert Frank ist eines der meist verkauften Fotobücher überhaupt. So richtig warm geworden bin ich mit dem Buch bisher noch nicht, obwohl das eigentlich genau mein Ding ist: Schwarz/Weiß Fotografie & Amerika. Ich habe bestimmt schon drei mal in verschiedenen Buchläden gestanden und habe mich durch die Amerikaner durchgeblättert. Jetzt hat es aber Klick gemacht, es muss definitiv noch in meine Sammlung. Manchmal braucht es einfach eine Weile.

Keine Ahnung wie diese Youtube Kanäle überleben. Anders als im Musikbereich scheint das zeigen von Bildern in Videos noch ein übrig gebliebender Teil des wilden Westens zu sein.