ND Flex

Hui, dieses Nachtdigital war gefühlt mein bestes bisher. Vor 11 Jahren war ich das erste mal da. Ich wollte unbedingt Carl Craig und Redshape sehen. Zu der Zeit hielt sich das Interesse meiner Freunde am Nachti noch in Grenzen, obwohl der Weg für viele von uns nur ein kurzer ist. Ich war also ganz allein dort. Das war schon irgendwie seltsam, weil es das erste mal war, dass ich allein zu einem Festival gefahren bin. Wenn ich heute zurückblicke bin ich froh, gefahren zu sein. Das erste ND war für mich lange Zeit, das beste ND. Auch das Line-Up war für mich lange nicht mehr so gut, wie damals. Zum 20jährigen Jubiläum im letzten Jahr war dann Jeff Mills dort, aber ich hatte einfach keine Lust auf Festivals in 2017. In diesem Jahr sieht, dass wieder ein wenig anders aus. Ich weiß nicht, ob es der extreme Sommer ist oder einfach die Pause im letzten Jahr, die Lust war zurück. Also spontan noch ein Ticket gekauft und mit Freunden, die mittlerweile jedes Jahr fahren, nach Olganitz gedüst. Wie sich das Festival über die letzten Jahre entwickelt hat, ist einmalig. Gerade im Vergleich mit anderen Festivals in der Region ist das Nachdigital immer noch etwas besonderes. Die Begrenzung auf 3000 Besucher, ein einmaliges Line-up mit viel Mut zum Experiment und das ‚Nachti-Family-Gefühl‘ sind wahrscheinlich die wichtigsten Faktoren. Warum war dieses Nachtdigital nun eigentlich mein bestes bisher? Das Line-up in diesem Jahr war sehr solide und es gab für mich kaum Ausfälle. Bei meinem 2.ND war das mal ganz anders. Ich bin damals den ganzen Samstag Abend zwischen der Strandbühne und dem Zelt gependelt und nichts hat mich gehalten. Der ganze Abend war ein Ausfall und hat mir auch die Lust auf den Sonntag genommen. In diesem Jahr konnte man eigentlich immer auf einem Floor bleiben. Selbst als Steffen Bennemann in der Nacht zum Sonntag bei herunter gedrehter Anlage gespielt hat, gab es keinen Grund zu gehen. Für mich vielleicht das beste DJ Set in diesem Jahr. Einzig negativ sah ich den Freitag Abend im Zelt. Aus Auflagengründen musste auch dort die Soundanlage auf Sparflamme laufen. Das wesentliche Problem daran war, dass Akustik und Sound der Anlage in diesem Zusammenhang miserabel waren. Im Nachhinein betrachtet, ist das einfach nur Schade. Die DJ Sets am Freitag im Zelt waren nämlich mehr als nur gut. Beim Tagesprogramm am Samstag und Sonntag gab es dieses Jahr nichts zu meckern. Der Samstag mit dem Techno Safari Umzug durch Olganitz war sicherlich für viele ND Besucher das Highlight dieses Jahr. Zum Abschluss des Umzugs hat dann noch Job Jobse einen Dance-Trance-Klassiker nach dem anderen rausgehauen. Ich habe die Leute auf dem ND noch nie so am ausflippen gesehen. Am Strand spielte dann noch ganz souverän, wie schon bei der Fusion, DJ Dustin. Da kann nichts schiefgehen bei diesem Wetter an dem kleinen See im ehemaligen DDR Ferienlager. Am Sonntag Nachmittag ging es so weiter. Das Italo-Disco Set am Strand hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber danach hat zum Glück noch Jan Schulte gespielt und für einen tollen Ausklang gesorgt. Der Special Guest in diesem Jahr war Richie Hawtin, welcher nach XDB am Sonntag morgen gespielt hat. Für so ein kleines Festival ist das schon ein großes Ding. Insgesamt hätte man aber auch auf Ihn verzichten können, denn musikalisch hat er das ND nicht bereichert. Das DJ Set war solide, aber auch nicht mehr. Nach diesem ND bin ich doch wieder ziemlich angefixt. Wenn es für mich passt, fahre ich nächstes Jahr sehr gern wieder nach Olganitz.

Rückblick Nachtdigital 10 – Open Air Bühne, Wighnomy Brothers, Carl Craig

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