Bang Bang Club

Gestern lief bei ARD One der Film Bang Bang Club. Er handelt von vier Pressefotografen, welche zur Zeit der Aufstände gegen die Apartheid in Südafrika die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen festgehalten haben. Der Film ist dokumentarisch und zeigt wahre Begebenheiten aus der Arbeit von Kriegsfotografen. Zwei Mitglieder des Clubs haben mit Ihren Fotos einen Pulitzer Preis gewonnen. Der Film hat mir vor allem deshalb so gut gefallen, weil er das Grunddilemma eines Kriegsfotografen offenlegt. Hinter jedem grausamen Kriegsfoto steckt ein Fotograf und immer wieder stellt sich die moralische Frage, warum dieser ein Foto nach dem anderen wie ein stiller Beobachter macht und nicht versucht etwas an der Situation zu ändern. Beim Sehen des Films kam mir auch immer wieder das Buch von Susan Sontag  „Das Leiden anderer betrachten“ in den Sinn, welche sich auch mit dieser Problematik beschäftigt hat. [Achtung Spoiler] Im Film haben alle vier Fotografen Probleme mit Ihrer eigenen Rolle in den Konflikten. Am Ende wird aber sehr gut aufgezeigt, dass auch die Fotografen zu Opfern des Krieges werden. Zwar ernten sie kurzeitigen Ruhm, aber langfristig bleiben die schrecklichen Bilder auch in Ihren Köpfen hängen. Einer der vier Fotografen stirbt sogar noch selbst in einem der Straßenkämpfe. Die immer extremeren Bilder des Bang Bang Club haben einen hohen Preis. Ein weiterer Fotograf aus dem Club geht an seinen psychischen Problemen kaputt und begeht letztendlich Selbstmord. Wer sich etwas intensiver mit der Fotografie beschäftigen möchte, sollte Susan Sontag lesen und definitiv diesen Film sehen.

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