Archiv der Kategorie: MusikProduktion

NAMM 2018 Highlights

Die für Synthesizer Fans so wichtige NAMM ist gerade erst wieder zu Ende gegangen. Jedes Jahr werden hier die meisten neuen Geräte der großen Hersteller vorgestellt. Dem Musikprodu- zenten von heute werden keine Grenzen mehr gesetzt. Die Auswahl an Geräten ist mittlerweile immens. Ich bin der Meinung, man muss nicht alles haben, aber ein große Auswahl zu haben ist auch nicht verkehrt. Im Mai findet zum dritten Mal die SuperBooth in Berlin statt. Ich bin gespannt, ob die Hersteller noch mehr Sachen in der Pipe haben. Ansonsten freue ich mich jetzt schon die ein oder andere Neuheit mal anzutesten. Hier nur mal kurz meine fünf Highlights von der diesjährigen NAMM.

Elektron Digitone

Korg Prologue

MOOG DFAM

Arturia Minibrute 2s

Behringer Neutron

Roland Boutique

Nach der 909,808,303 wird bei Roland noch weiteren alten Kult-Synths wieder neues Leben eingehaucht. Das ist wie schon beim TB-8 und co. eine vollends digital Neuumsetzung. Bis jetzt bin ich noch nicht richtig überzeugt, weil das Gesamtpackage aus Preis/Leistung nicht stimmen zu scheint. Über 400€ für eines der kleinen Geräte, welche dem Sound der originale höchstwahrscheinlich nicht sehr nahe kommen, ist auf den ersten Blick übertrieben. Da ist man mit einer VST Nachbildung oder den analogen Korg Volcas vielleicht besser unterwegs. Wenn die Geräte zu haben sind, werde ich definitiv mal einen Test beim Synthdealer um die Ecke machen.

MOOG Mother 32

Puh, erst einmal durchatmen… Da hat Moog aber einen rausgehauen! Ich habe zunächst mit einer Rackversion des SUB37 gerechnet, auch weil der Slim Phatty in Rente gegangen ist. Moog geht zurück zu den Wurzeln der eigenen Firmengeschichte und die sind bekanntermaßen modular. Es darf also endlich wieder fleißig gepatcht werden. Soundmäßig richtig interessant wird es erst, wenn man mehrere Mother -32 Geräte miteinander spielen lässt oder die Mutter in den bereits bestehenden Modular-Park integriert. Das Killerfeature schlechthin ist natürlich der integrierte Sequenzer. Beim Blick auf den Preis dürfte dann die Kinnlade fallen, denn 699€ für einen semi-modularen Synth mit integrierten Sequenzer sind mehr als fair.

Native Instruments „STEM“

Erst der Leak zum neuen D2 Controller und jetzt das passende Audioformat: STEM. Ein Track, vier Parts: Percussion, Bass, Synth, Vocals. Neu ist das sicherlich nicht. Bereits mit den Traktor Remix Decks und eigenen Samples war das in NI Traktor 2 möglich. Der entscheidende Unterschied ist, dass Produzenten jetzt explizit für das STEM Format (also in 4 getrennten Audio Spuren) Ihre Tracks produzieren sollen. Eine Software zum Erstellen eines STEM Files hat Native Instruments auch schon bereitgestellt. Das ist natürlich ein neuer Versuch Traktor und dessen Live Remix Möglichkeiten weiter zu pushen, nachdem die angebotenen Remix-Sets wohl als gescheitert betrachtet werden können, wenn man das Angebot bis zuletzt analysiert. Das neue Audioformat ist als „Open Source“ angekündigt, damit möglichst alle (ja auch Serato und co) mit auf das Boot aufspringen.  Macht auch Sinn, denn sonst verläuft sich das alles wieder im Sande. Die Idee, endlich ein Format mit mehr Eingriffsmöglichkeiten für den digitalen DJ zu schaffen, finde ich sehr interessant. Ein paar kritische Fragen zum möglichen Erfolg des Neulings ergeben sich aber gleich von Beginn an. Beatport sitzt wieder mit im Boot und ein Ziel ist, wie schon bei den Remix Sets,  mehr Geld aus den digitalen Musikverkäufen zu erzielen. Wie viel davon beim Produzenten bleibt, wird eine wichtige Frage sein. Ein STEM File wird es kaum für 1,50€ geben. Weiterhin stellt sich die berechtigte Frage, ob Produzenten Ihre Tracks frei zum „Verwursten“ an alle „Traktoristen“ rausgeben wollen. „Verwursten“ habe ich nicht ohne Grund geschrieben, denn dabei wird es meistens bleiben. So schön wie in manchem Promo Clip wird es sich dann doch nur bei einer kleinen Minderheit der Performances anhören. Da hat sich der Produzent beim Abmischen noch so ins Zeug gelegt und dann das… Zum Schluss kommt noch die Copyright Frage. Zwar klaut schon heute jeder bei jedem, aber Einzelspuren rauszugeben ist doch immer noch ein Tabuthema. Das bedeutet an der Stelle, dass die digitalen Deejays das neue Format vielleicht gern hätten, es von der Produzentenseite aber nicht bekommen. Ich bin gespannt, ob der zweite Anlauf von NI Erfolg haben wird.

NI Maschine 2 & Ableton Live

Ich habe letztens etwas gemeckert wegen der NI Maschine und der Verwendung dieser mit Ableton Live. Trotzdem möchte ich hier nochmal darauf hinweisen, dass mittlerweile doch sehr viel möglich ist mit der Softwareversion Maschine 2.0. Teilweise zwar etwas umständlich, aber auch eine Automation lässt sich jetzt mit Ableton + Maschine hinbekommen. Bei dem Funktionsumfang von Maschine 2.0 stellt sich aber so langsam wirklich die Frage, welches System man nutzt. Die meisten Dinge lassen sich jetzt in beiden Softwareumgebungen erledigen. Das liegt vor allem daran das die Maschine jetzt einen Mixer & und ein verbessertes Sequencing hat. Insgesamt ist das jetzt schon ein sehr erwachsenes, all in one Digital Home Studio.

Ableton 9.2 Beta

Ableton Live 9.2 kommt mit einigen Neuerungen in Verwendung mit PUSH. Alle 64 Pads lassen sich jetzt als Drum Pads benutzen. Die Aftertouch Funktion für die meisten Kits wurde verbessert und Touchstrip lässt sich jetzt als Pitch Bend/Mod Wheel benutzen. Wer die neuen Funktionen jetzt schon mal testen möchte, kann sich jetzt die Public Beta laden.

In eigener Sache zum Ableton Push Controller:

Seit ungefähr einem Jahr habe ich jetzt Ableton + Push im Einsatz. Vorher habe ich vor allem mit der NI Machine gearbeitet, die Ihre Grenzen in der Anbindung an Live hatte. Ich wollte zu keiner Zeit ausschließlich mit der Maschine arbeiten, sondern ein Gerät welches sich gut die DAW integrieren lässt. Das war von Beginn an einer meiner der große Kritikpunkte an der NI Maschine. Bleibt man gänzlich in der Maschine Umgebung lässt es sich wunderbar arbeiten. Möchte man dann aber doch ausbrechen, gibt es beim Übergang zu Ableton einen Bruch im Workflow. Mit dem Maschine 2.0 Update hat sich die Situation zwar deutlich verbessert, aber ein paar Grundlegende Probleme sind geblieben. Man arbeitet grundsätzlich weiter in zwei verschiedenen Welten und das wird auch so bleiben. Sehr wahrscheinlich ist dieser schlechte Übergang auch etwas gewollt. Native Instruments möchte, dass der Maschine Kunde in der eigenen Software Umgebung arbeitet und sein Geld in weitere Zusatzsoftware (Komplete) investiert. Wer noch zusätzlich mit Ableton arbeitet, gibt sein Geld wohlmöglich noch an der falschen Stelle aus, könnte der strategische Gedanke sein. Das Ableton System ist immer noch etwas offener, auch aufgrund des größeren Charakters einer echten DAW.
Mir erleichtert Ableton PUSH durch die bessere Integration in Ableton Live das kreative Arbeiten. Besonders wenn es dann in das Arrangement geht, zahlt sich die vorherige Arbeit mit dem Push Controller aus. Die Maschine fristet seit einem Jahr nur noch ein Schattendasein in meiner Studioumgebung und das wird sich so schnell auch nicht mehr ändern.

Korg MS-20 Kit

Sonicstate hat ein schönes Review zum MS-20 Module Kit gemacht. Diese Version wäre auch mein Favorit, wenn das Studio kompakt bleiben soll. Der SQ-1 ist ein nettes zusätzliches Gimmick, aber perfekt wäre es für mich mit dem neuen Arturia Beatstep Pro.