Archiv der Kategorie: MusikProduktion

Zoom TAC-8

In einem meiner letzten Beiträge hatte ich ja schon das Problem mit der Soundkarte erwähnt. Meine M-Audio Profire 610 ist mittlerweile einfach zu ‚klein‘ geworden. Dazu kam jetzt noch, dass es keine Treiber mehr für Apples Maverick Update gab. Dadurch bin ich jetzt zum Handeln gezwungen worden. Ursprünglich hatte ich erst nach einem USB Audio Interface geschaut, weil die Thunderbolt Geräte preislich in einer anderen Liga spielen. Nach längerer Recherche bin ich dann auf das ZOOM TAC-8 gestoßen. 8 analoge Eingänge, Thunderbolt, alle Eingänge auf dem Frontpanel und ein gerade noch akzeptabler Preis. Die Soundkarte besitzt wegen des Thunderboltanschlusses nur minimale Latenzen und hat ein sehr neutrales und gutes Klangbild. Der Einbau ins Rack und die Installation am Mac gingen sehr fix. Jetzt wird noch alles ordentlich verkabelt und dann kann es endlich weiter gehen im Homestudio.

Roland TR-8S

Ich finde es immer noch sehr bedauerlich, dass Roland keine echt-analogen Drum Machines mehr baut. Die erste ‚Digital Version‘ der 808 hatte auch noch nicht so sehr viel zu bieten. Die anderen alten Maschinen konnten dann später als Sample genutzt werden, aber das können viele andere universelle Geräte oder der Computer auch. Jetzt hat Roland endlich nachgebessert. Die ganzen alten Drummaschinen, wie die 727, 707 und 909 sind jetzt auch als Roland ‚ACB‘ nutzbar, was mehr Möglichkeiten im Sounddesign verspricht. Mit den individuellen analogen Outs und den vielfältigen Effektmöglichkeiten hat Roland ein mehr als interessantes Update geschaffen. Thumps up!

Nochmal Thumps Up. Roland hat Produkt Demos vorgestellt und ausschließlich Künstlerinnen performen lassen. Tolle Sache, weil die ganze Präsentation aus der Technikecke doch immer noch sehr stark vom männlichen Geschlecht dominiert wird. Die Videos sind sehr gelungen. Hätte ich nicht schon eine Drummaschine im Studio, würde ich spätestens jetzt kaufen wollen.

NAMM 2018 Highlights

Die für Synthesizer Fans so wichtige NAMM ist gerade erst wieder zu Ende gegangen. Jedes Jahr werden hier die meisten neuen Geräte der großen Hersteller vorgestellt. Dem Musikprodu- zenten von heute werden keine Grenzen mehr gesetzt. Die Auswahl an Geräten ist mittlerweile immens. Ich bin der Meinung, man muss nicht alles haben, aber ein große Auswahl zu haben ist auch nicht verkehrt. Im Mai findet zum dritten Mal die SuperBooth in Berlin statt. Ich bin gespannt, ob die Hersteller noch mehr Sachen in der Pipe haben. Ansonsten freue ich mich jetzt schon die ein oder andere Neuheit mal anzutesten. Hier nur mal kurz meine fünf Highlights von der diesjährigen NAMM.

Elektron Digitone

Korg Prologue

MOOG DFAM

Arturia Minibrute 2s

Behringer Neutron

Roland Boutique

Nach der 909,808,303 wird bei Roland noch weiteren alten Kult-Synths wieder neues Leben eingehaucht. Das ist wie schon beim TB-8 und co. eine vollends digital Neuumsetzung. Bis jetzt bin ich noch nicht richtig überzeugt, weil das Gesamtpackage aus Preis/Leistung nicht stimmen zu scheint. Über 400€ für eines der kleinen Geräte, welche dem Sound der originale höchstwahrscheinlich nicht sehr nahe kommen, ist auf den ersten Blick übertrieben. Da ist man mit einer VST Nachbildung oder den analogen Korg Volcas vielleicht besser unterwegs. Wenn die Geräte zu haben sind, werde ich definitiv mal einen Test beim Synthdealer um die Ecke machen.

MOOG Mother 32

Puh, erst einmal durchatmen… Da hat Moog aber einen rausgehauen! Ich habe zunächst mit einer Rackversion des SUB37 gerechnet, auch weil der Slim Phatty in Rente gegangen ist. Moog geht zurück zu den Wurzeln der eigenen Firmengeschichte und die sind bekanntermaßen modular. Es darf also endlich wieder fleißig gepatcht werden. Soundmäßig richtig interessant wird es erst, wenn man mehrere Mother -32 Geräte miteinander spielen lässt oder die Mutter in den bereits bestehenden Modular-Park integriert. Das Killerfeature schlechthin ist natürlich der integrierte Sequenzer. Beim Blick auf den Preis dürfte dann die Kinnlade fallen, denn 699€ für einen semi-modularen Synth mit integrierten Sequenzer sind mehr als fair.

Native Instruments „STEM“

Erst der Leak zum neuen D2 Controller und jetzt das passende Audioformat: STEM. Ein Track, vier Parts: Percussion, Bass, Synth, Vocals. Neu ist das sicherlich nicht. Bereits mit den Traktor Remix Decks und eigenen Samples war das in NI Traktor 2 möglich. Der entscheidende Unterschied ist, dass Produzenten jetzt explizit für das STEM Format (also in 4 getrennten Audio Spuren) Ihre Tracks produzieren sollen. Eine Software zum Erstellen eines STEM Files hat Native Instruments auch schon bereitgestellt. Das ist natürlich ein neuer Versuch Traktor und dessen Live Remix Möglichkeiten weiter zu pushen, nachdem die angebotenen Remix-Sets wohl als gescheitert betrachtet werden können, wenn man das Angebot bis zuletzt analysiert. Das neue Audioformat ist als „Open Source“ angekündigt, damit möglichst alle (ja auch Serato und co) mit auf das Boot aufspringen.  Macht auch Sinn, denn sonst verläuft sich das alles wieder im Sande. Die Idee, endlich ein Format mit mehr Eingriffsmöglichkeiten für den digitalen DJ zu schaffen, finde ich sehr interessant. Ein paar kritische Fragen zum möglichen Erfolg des Neulings ergeben sich aber gleich von Beginn an. Beatport sitzt wieder mit im Boot und ein Ziel ist, wie schon bei den Remix Sets,  mehr Geld aus den digitalen Musikverkäufen zu erzielen. Wie viel davon beim Produzenten bleibt, wird eine wichtige Frage sein. Ein STEM File wird es kaum für 1,50€ geben. Weiterhin stellt sich die berechtigte Frage, ob Produzenten Ihre Tracks frei zum „Verwursten“ an alle „Traktoristen“ rausgeben wollen. „Verwursten“ habe ich nicht ohne Grund geschrieben, denn dabei wird es meistens bleiben. So schön wie in manchem Promo Clip wird es sich dann doch nur bei einer kleinen Minderheit der Performances anhören. Da hat sich der Produzent beim Abmischen noch so ins Zeug gelegt und dann das… Zum Schluss kommt noch die Copyright Frage. Zwar klaut schon heute jeder bei jedem, aber Einzelspuren rauszugeben ist doch immer noch ein Tabuthema. Das bedeutet an der Stelle, dass die digitalen Deejays das neue Format vielleicht gern hätten, es von der Produzentenseite aber nicht bekommen. Ich bin gespannt, ob der zweite Anlauf von NI Erfolg haben wird.